Kategorie-Archiv: kultur

Essen verschwenden ist Mist !

Ich wollte mit Schulbeginn meiner Tochter einen ausgewogenen Speiseplan erstellen und ein bisschen wie „früher“ längerfristig Menüs planen und dabei darauf zu achten, dass sie abwechslungsreich sind, wir die nötigen Zutaten zuhause haben, vorhandene Lebensmittel kreativ zu nutzen, um Verschwendung vorzubeugen bzw. Abfälle zu vermeiden.

Ganz wesentlich dabei ist für mich der Faktor Ressourcenschonung – nämlich auch meiner eigenen; ich gehe/fahre nicht täglich (oft hungrig und gehetzt) in den Supermarkt, um rasch „etwas für das Mittag/Abendessen“ zu kaufen.

Seitdem haben wir immer einen bunt gefüllten Kühlschrank, variieren unseren „Speiseplan“ nach Lust und Laune, haben ein gutes Gefühl, indem wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und – ganz besonders wichtig – wir werfen so gut wie nichts weg (Gemüsereste verfüttern wir an unsere zwei wuscheligen Zwergkaninchen); und wir sparen Geld –  das wir für andere Vergnügungen ausgeben können.

Wir fahren nur einmal wöchentlich zum Supermarkteinkauf mit dem Auto und nutzen für tägliche Schul-, Arbeits- und Besuchswege die Fahrräder. Wir sind kritische Bio-Esser und ich koche gern selbst. Regionale und saisonale Lebensmittel stehen ganz oben auf unserer Rezeptliste. Ganz wichtig ist mir ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen – insbesondere auch im Kleinen: unserer Welt vor der Haustür, unserer Nahrung und unserer seelischen und körperlichen Gesundheit.

Was habe ich davon ? Was hat unsere Umwelt davon?

jo mir san mitn radl da...

jo mir san mitn radl da…

Fahrrad fahren im Alltag spart Zeit (Fahrwege, Parkplatzsuche) und Geld (Autokosten, Strafzettel), bringt Fitness und macht Spaß (frische Luft, spontane Tratschereien).

1 x wöchentliche Supermarkt-Einkaufsfahrten bedeutet, sich gezielt mit seinen Koch- bzw. Essens- Kochgewohnheiten auseinanderzusetzen.

Wo ein Wille – da ein Einkaufszettel

Wocheneinkäufe und Selbstkochen erfordern etwas Planung: Den klassischen Einkaufszettel, wöchentliche Speisepläne erstellen (oder zumindest grob Rezepte umreißen), hilfreich sind Gefriermöglichkeiten (Fach / Schrank / Truhe) und ganz wichtig: Lust am Kochen und Freude am Ausprobieren: nicht mehr taufrisches Obst und Gemüse eignet sich hervorragend für Smoothies, Kompotte, Kuchen usw. Beilagen kann man immer auf Vorrat zubereiten und damit viel Zeit sparen. „Restl-Essen“ schreien förmlich nach Kreativität. Wer Inputs braucht – ich habe Mengen davon… .

Manchmal kommen spannende Speisenkombinationen auf den Tisch, die nicht immer den Geschmack eines Volksschulkindes treffen; dasselbe gilt für winterliche Jausenboxen – wenn andere Kinder geschmacklose spanische Erdbeeren im Februar in der großen Pause auspacken und Mini-me bloß Äpfel und Karotten knabbern kann. …

Für „Groschenzähler“ – sorry, kostenbewusste Konsumenten – werden Haushaltsbuchführungen übersichtlicher und Einsparungen leichter ersichtlich am Monatsende.

Wer Ernährungsgewohnheiten hinterfragen bzw. ändern oder möglicherweise Diäten u.ä. plant, tut sich damit um vieles leichter.

Mein Tipp: Ausprobieren!

Teilnehmen an der Aktion Energiebotschafter in NÖ !

…aktuell wie damals.

2011er Artikel: Wo wohnt Gott?

KIGA Fest 075-150618

Es ist bald fünf Jahre her, dass ich versuchte, eine Antwort auf die Frage „Wo lebt Gott?“ für unseren Ökumenischen Kindergarten in Baden zu beantworten.

Louise ist mittlerweile gute Sieben, besucht seit Herbst die Volksschule und reißt sich täglich darum, die jüngere Schwester einer Schulkollegin morgens in `ihren` Kindergarten zu bringen.

 Ich erlebte damals schon, dass einige, dem Kindergarten längst entwachsene Kindern, mit Freude jede Gelegenheit nutzten, um auf Besuch zurück zu kommen.

Schön. Und es verdeutlicht, wie wichtig eine professionelle aber vor allem herzliche Bindung zwischen Kindergarten und Kind ist.

Zugegeben, Mini-me´s Fragen werden nicht einfacher, vielmehr komplexer und herausfordernder. Und für ihre unerschöpfliche Neugier und den nicht versiegenden Wissensdurst bleibt in der Volksschule einfach nicht genug Zeit und Raum. Schade, aber so ist es nun mal.  

Ich bemühe mich redlich, das meiste davon ehrlich und verständlich für eine wissbegierige Volksschülerin zu erklären. Und wenn ich nicht weiter weiß, kann ich auch selbst im Kindergarten vorbeischauen und mir bei den erfahrenen Pädagoginnen einen Rat holen. Denn sie sind es, die mein Kind gute vier Jahre lang fast täglich sahen, ihre kindlichen Entwicklungen hautnah miterlebten und sie in vielerlei Hinsicht ebenso gut kennen wie ich.

Deshalb würde ich die Frage, was einen Kindergarten besonders macht, was der Sinn eines „Ökumenischen“ Kindergartens sein kann, heute nicht viel anders beantworten als damals.

Dies sei jenen ins Stammbuch geschrieben, die meinen, frühkindliche Pädagogik sei Basteln, Singen, Essen und Spielen mit Tanten, ein bisserl Schulvorbereitung der Vorschüler und das kann – nein darf! – ja bei Gott nicht viel kosten; weder in der Ausbildung der „Tanten“ noch im täglichen Kindergartenbetrieb.

 

Wo lebt Gott ?

2011 geschrieben – 2016 fortgesetzt …

Zugegeben, es wäre einfallslos, jetzt zu sagen, im täglichen Miteinander des Ökumenischen Kindergartens. Denn diesen besucht meine dreieinhalbjährige Tochter Louise seit gut einem Jahr und ich fand, sei es an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Im Grunde geht es darum. Der ökumenische Kindergarten unter der Leitung von Getraud Lugsch, in der Schimmergasse in Baden, lebt den Gedanken des Anerkennens, Respektierens und Wertschätzen des Anderen im täglichen Kindergartenbetrieb.

Unsere Kinder sind Teil einer multikulturellen Gesellschaft. Das ist ein Faktum und das ist gut so. Das bedeutet auch, dass sie in einem multireligiösen Umfeld aufwachsen und Fragen haben. Sei es, wo Gott wohnt, wie alt er ist, was passiert mit Oma wenn sie nicht mehr aufwacht, u.v.m. Übrigens Fragen, die Louise bereits mit großem Eifer stellt.

Dann heißt es, eine sinnvolle und verständliche Antwort geben zu können.

Denn ich möchte mein Kind als wissenshungriges Mädchen erst nehmen und es mit religiösen Fragen nicht allein lassen. Und ich gebe zu, nicht auf alle Fragen eine Antwort zu haben. Deshalb ist mir eine kompetente und kindgerechte Begleitung im Kindergarten- und Vorschulalter wichtig, denn sie hat meiner Ansicht nach in unserer vielfältigen und sich rasch ändernden Welt eine besondere Bedeutung.

Ein Jahr ist vergangen, seitdem Louise den Ökumenischen Kindergarten besucht und es gab keinen einzigen Tag, an dem sie keine Lust hatte, geschweige denn weinte. Bald hieß es‚ ‚ich möchte auch mal im Kindergarten gemeinsam mit den anderen schlafen!’

Das mag zum Teil an Louises Charakter liegen, aber zum großen Teil an der ‚ökumenischen Familie’ – dem Kindergarten-Team und den Kindern, die Louise täglich mit offenen Herzen erwarten.

Rasch bekam ich das Gefühl, der Kindergarten wurde für mein Kind zu einer zweiten Familie! Und das ist weit mehr, als sich viele Eltern von den Kindergärten ihrer Kleinen je träumen ließen.

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Freunde beneiden uns um diesen besonderen Ort, an dem die Kinder fünf Tage die Woche zubringen, sehen mit freudigen Augen wie bei uns im Ökumenischen Kindergarten in kirchlicher Atmosphäre gemeinsam das Fest des Heiligen Martins gefeiert wird, wie sich die Kinder aufs Zusammentreffen beim Kinderweihnachtsgottesdienst freuen und wie gern ehemalige Kindergartenfreunde ihre kleinere Geschwister abholen, um mal wieder im Ökumenischen Kindergarten Grüß Gott sagen zu können.…

 

besondere Geburtstagsfeiern...

besondere Geburtstagsfeiern…

2011,  für interessierte Eltern: http://www.baden-st-christoph.at/

molto elegante

Sisi lebt

Prinzessin passt prächtig.

Kaiserkinder in der Hofburg

kultur können wir

kultur können wir

So auch in der Kinder-Führung durch das „Sisi“-Museum in Wien in der Karwoche … nur eines konnte die kurzweilige Tour durch die Hofburg trüben: Das Gedränge aufgrund großer Beliebtheit, unendlich langer Touristenströme mit vielen Ausbuchtungen (das kam von dicken Daunenjacken und Mäntel und Taschen und Kinderwägen, die jeder mit sich führen musste, weil es leider keine Museumsgarderobe gibt).

So kam es zu punktuellen Staus an Ein- und Ausgängen der Zimmer und mittleren Verständigungsschwierigkeiten durch den Lärmpegel.

Trotzdem – bei den Kindern hinterließ dies alles keinen schlechten Eindruck – außer vielleicht die etwas Oberlehrerinnen-hafte Diktion, der nicht von ihrem geheimen Skript abweichenden Leiterin der Sisi-Tour. Vielleicht sind aber Vor- und Volksschüler bereits an diesen herablassend dozierenden Tonfall gewöhnt und nur Muttern blickt überrascht?

Jedenfalls erfuhren wir – groß und klein, weit und nah angereist, manch´ Neues aus dem kaiserlichen Alltag. Wie z.b. dass Herr Kaiser seinen Besuch in Frau Kaisers Appartement ankündigen musste und sich umgehend nach „Besuch“ wieder ins karge Arbeits- bzw. Bettgemach empfahl.

Ja, das waren noch Zeiten.

Frau Kaiser – wir Österreicher nennen sie freundschaftlich Si(s)si – machte es sich in ihrer monatelangen Abstinenz vom Schloss Schönbrunn – wo doch die Gärten mit ihren Spazier-, Flanierwegen Abwechslung zum kühlen Schlossambiente boten – in der innerstädtischen Hofburg durchaus bequem:

Drei Öfen, ausgestattet mit überaus modernen  „Düsen“, die in der Wand installiert, vom Gang außerhalb der Zimmer beheizt wurden, bliesen warme Luft direkt auf das kaiserliche Kuschelbett. Nur zur Verdeutlichung: So erziehlte sie luxuriöse 15 bis 17 Grad !

Die Leidenschaft für Turnen der kaiserlichen Vorturnerin zeigten die gut erhaltenen Ringe und Sprossenwand im chicen Boudoir.

Für die kleinen Sisi-BewunderInnen ging es nach der Führung ans Ausprobieren prächtiger Gewänder. Kleine Mädchen wurden zu Hofdamen und Buben zu stolzen Soldaten und Kurieren. Gepimpt mit passenden Accessoires ging es zum pompösen Festmahl. Zugegeben, hier galt Berühren verboten, doch Staunen ob der aufgetischten Köstlichkeiten ging allemal (sofern Mutter nicht die Schleppe der kleinen Sisi los ließ und lautstark zeternd gerügt wurde).

Was erfuhren Klein-Sisi und Franzl an der Tafel? Dass schon damals oft die Dekoration prächtiger als der Inhalt war: Die reichlich aufgetischten Pralinen dienten ausschließlich als „Amuse l´oeil“ und nicht als Gaumenfreude oder gar um den ersten Hunger zu stillen.

Da erging es mini-me im Anschluss an die Kultur-Tour schon besser: Bei Kakao und Kuchen im kuschligen Katzen Café (ja! das gibt es wirklich in Wien, aber dazu ein andermal mehr) in in der idyllischen Blumenstockgasse … fürwahr ein köstlicher Abschluss.